Weinviertel versteppt

Ich setze mich im heurigen Jahr 2023 mit Naturschutz und den Veränderungen der klimatischen Bedingungen auseinander. Auf meinen Radtouren und Wanderrunden sind die Auswirkungen nicht zu übersehen.

Tiefe Risse in der ausgedörrten Erde, ein Mann steckt seine Hand mehrere Zentimeter tief in einen der Spalten.
Spaltenboden - einmal anders: Tiefe Risse in der ausgedörrten Erde

 

Früher - heute

Das Weinviertel war früher häufig von Überschwemmungen betroffen und wies feuchte Wiesen und sumpfige Böden auf. Damals war es wichtig, möglichst viel Ackerfläche durch Entwässerungen und Drainagen nutzbar zu machen. Heute prägen trockene, agrarisch intensiv genutzte Flächen das Bild. Die nun häufiger werdenden Dürreperioden machen es dringend notwendig, vorhandenes Wasser zu schützen, gerecht zu nutzen, die Wasserqualität hochzuhalten und für Starkregenereignisse angepasste Vorkehrungen zu treffen.

 

"Bewässerung in der Landwirtschaft wird immer mehr zum Thema. Missernten, Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und Verteilungskämpfe ums Wasser waren heuer in einigen europäischen Ländern bereits traurige Realität", erklärt Karl Pelzelmayer vom Naturschutzbund Mistelbach.

 

Wesentliche Entscheidungen jetzt treffen

Die Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes setzte das Wasser an oberste Stelle der Aaenda. Der Wasserrückhalt in der Region müsse erhöht werden. Es gäbe geeignete Flächen für eine Wiedervernässung, die im öffentlichen Interesse durch Entfernung oder Verschluss der Drainage-Systeme als neue Feuchtgebiete und somit als Wasserspeicher fungieren können. Dies sollte durch Verankerung im Raumordnungsgesetz mit entsprechenden wasserrechtlichen Maßnahmen und adäquater Förderung bzw. Ausgleichsentschädigungen für die Grundeigentümer erfolgen. Mögliche Maßnahmen und Forderungen wurden in einem Resolutionsentwurf in Absdorf beschlossen.

 

"Wir richten einen dringenden Appell an alle verantwortlichen Landespolitiker und die staatliche Verwaltung zur Sicherung und Verbesserung des Oberflächen- und Grundwasserhaushalts", fasst Karl Pelzelmayer zusammen.

 

Wasser, bleib!

Die Mitglieder des Naturschutzbundes besprachen weiters: Die Hochwasserschutzmaßnahmen sind an die aktuelle Klimasituation anzupassen, das Gleiche gilt für renaturierte Bachläufe und die nach wie vor steigende Bodenversiegelung. Weiters sind viele der aktuell gültigen Wasserrechtsbescheide völlig veraltet. Zur Erreichung der in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und im Wasserrechtsgesetz vorgegebenen Ziele bedarf es raschen Anpassungen, wie klare Regelungen zum Wasserrückhalt, zum Gewässerschutz und kontrollierte Grundwasserentnahmen zum Wohle aller.

 

Vorschläge angenommen

Die fundierten Szenarien und Forderungen des Naturschutzbundes wurden vom Gemeinderat Mistelbach bereits angenommen.

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